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Der "Kindertraum" auf vier Pfoten
wurde Wirklichkeit
..und
Janett Petzok steckte die ganze Familie mit Ihrer Bobtail-Liebe an.

Ein
lautes Bellen kündigt schon an der Hoftür von einem wachsamen Hund im
Hause Petzok in Bebertal. Wenn Frauchen Janett Petzok die Tür öffnet und
Antonia aus dem Bobtail-Zwinger Great bearlike Friends from Alvensleben
den Besucher beäugen kann, ist ziemlich bald Ruhe. Antonia legt sich
friedlich neben dem Küchentisch und döst vor sich hin. "Die Bobtails
können richtig schmusen, aber schlagen auch an wenn Fremde kommen", ist
Janett Petzok auch noch nach Jahren Zucht immer noch beeindruckt von der
Wesensart dieser Hunde. Verguckt in die Wuschelhunde hatte sich die
Bebertalerin schon lange bevor Sie sich zur Anschaffung eines solchen
altenglischen Hütehundes entschloss. "Als ich zwölf war, habe ich den
Bobtail in einem Buch entdeckt und gedacht, wenn ich mal einen Hund
haben kann, dann solchen". erinnert sich die junge Frau. Bis es dann
endlich soweit war, gingen noch fast zwanzig Jahre ins Land, aber heute
hat Janett Petzok ihre ganze Familie mit Ihrer Hundeliebe angesteckt.
Die großen bärigen Freunde von Alvensleben (Anm.d.Red.:"Great bearlike
Friends from Alvensleben") sind voll in die Familie integriert und
akzeptieren "ihre" menschlichen Familienmitglieder als Rudelführer.
Auch Rüde
Heartbreaker, genannt "Hardy", hat sich untergeordnet, als er vor
einiger Zeit in die Familie kam. Und in den vergangenen Wochen lernten
hier noch sieben kleine Bobtails, dass man auf das menschliche Wort
hören sollte. Antonia die vierjährige Hündin, hatte im August zum
zweiten Mal geworfen und so tummelten sich sechs Wochen lang sieben
kleine Hundebabies in der Wurfkiste im Badezimmer der Petzoks. "Das
verlangt schon einiges ab, jeder durfte nur kurz duschen, damit die
Kleinen nicht unnütz gestört werden" erzählt die "Hundemutti". Aber die
Fürsorge von der leiblichen Mama Antonia und den zweibeinigen
Pflegeeltern tat dem Bobtailnachwuchs gut. Bogart, Bless Virgin, Blue
Bandit, Balou, Bodyguart, Bright Eyed und Barny Bear entwickelten sich
prächtig und konnten ab ihrer siebenten Lebenswoche in das Hundehaus im
Garten umziehen. Und wenn Spielstunde angesagt war, hieß es toben oder
auch mal kuscheln mit Mama.
Leider ist
Hundezucht auch mit Trennung verbunden, denn selbst der größte Garten
und viel Freizeit würden es nicht zulassen, allen Nachwuchs zu behalten.
Und so ist es in der vorigen Woche wieder ruhiger im Hundehaus der
Petzoks geworden. Als letztes mußten Janett und Dietmar Petzok und Ihre
Kinder Bogart, Bless Virgin und Blue Bandit "tschüss" sagen. Wenn die
Bebertaler Bobtailzüchterin ihrer Nachbarin erzählt, dass Ihr bei jedem
Abschied die Tränen kommen, glaubt man Ihr. "Der Abschied fällt jedes
Mal schwer, denn die Hundezucht ist ein 24-Stunden Job, bei dem jeder in
der Familie seine Aufgaben hat", berichtet sie. Außer dem Füttern und
Spielen gehört nämlich noch eine Menge mehr zur Hundezucht. Die Züchter
müssten, so Janett Petzok, den Hunden alles zeigen, zum Beispiel, das
Treppen steigen, andere Hunde und auch andere Menschen. Natürlich
"bewaffnet" sich bei Petzoks auch regelmäßig jemand mit der Bürste, um
den Wuschelhunden die nötige Fellpflege zukommen zu lassen.
Verständlich
ist es da, wenn sich die Züchter die Interessenten, die einen kleinen
Bobtail kaufen wollen, genauer anschauen. Da kann es auch vorkommen,
dass Janett und Dietmar Petzok einmal unerwartet vor der Tür stehen. "Es
ist besser, wenn ich ruhig einschlafen kann und weiß, den Hunden geht es
gut", begründet die junge Frau die Vorsicht. Aber selten wird der
Abschied vom Nachwuchs ein Abschied für immer. Öfter nimmt das
Bebertaler Züchterehepaar seine beiden Hunde Heartbreaker und Antonia,
um mit Ihnen die neuen Besitzer der Bobtails in der näheren Umgebung zu
besuchen.
Überhaupt ist
das Reisen auch mit den großen Bobtails kein Problem. "Wir fahren
überall nur mit den Hunden hin, alljährlich geht es sogar einmal an die
Küste zum Zelten", sagt das Frauchen einer Hündin, die ganz wild auf das
Autofahren ist. Und so ist es auch ein Muss, dass "Toni" und "Hardy" bei
vielen Hundeausstellungen, wie demnächst in Bad Harzburg, dabei sind.
Die
Erinnerungen an die Bebertaler Bobtail-Siebenlinge sind noch frisch, da
macht sich Frauchen Janett Petzok schon Gedanken über den C-Wurf ihrer
Antonia, denn die ersten Interessenten für den nächsten Nachwuchs haben
sich schon gemeldet. Obwohl es nicht viele Bobtailzüchter in der Region
gibt, weiß sie genau: "Unsere Hunde sind keine Zuchtmaschinen und
deshalb soll Antonia auch bloß einmal im Jahr werfen." Wer beim nächsten
"Vergnügen" der Vater sein soll, hat sie sich allerdings schon
ausgedacht: "Wenn alles in Ordnung ist und beide zusammenpassen, wird
unser Heartbreaker der Vater." So darf man schon heute gespannt sein,
wann in der Petzokschen Wohnung wieder die Diskussionen um die Namen des
wuscheligen Nachwuchses beginnt und viele kleine Bobtails über den
Fußboden rutschen, wenn Frauchen oder Herrchen mit der Leckerli-Dose
klappern.
Constanze Arendt Oktober 2000
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